Historisches aus Strande

Strander Chronik

Nach der Auftaktveranstaltung zur Erstellung einer Chronik der Gemeinde „von Strandern für Strander“, zu der Bürgermeister Udo Lüsebrink am Sonnabend, den 1. November 2003 in das Yachthafenhotel Strande eingeladen hatte, um die Geladenen zu motivieren, mit Ihren Ideen, Erlebnissen, Erinnerungen und Bildern bei der Erstellung mit beizutragen, konnte knapp acht Jahre später die Veröffentlichung der "Strander Chronik" gefeiert werden.

Am Montag, den 4. April 2011 war es nun so weit. Das Autorenteam mit Klaus Christiani, Günther Schmidt, Peter Siemon, Karola und Kay Thiele stellte die 160 Seiten starke Chronik des Ostseebades im Vereinsheim des Strander Yachtclubs im Rahmen einer Präsentation den 74 angemeldeten Gästen vor. Da sich mehr Personen als erwartet angemeldet hatten, wurde die Veranstaltung am Tag darauf für weitere 46 Binnen- und Butenstrander wiederholt.

Klaus Christiani ging dabei auf die von ihm im ersten Teil des Buches beschriebene geschichtliche Entwicklung der Gemeinde ein, die seit der ersten urkundlichen Erwähnung am 4. Dezember 1353 „veer worde uppe dem Strande“ (vier Wurthen, also Wohnsitze, an dem Strande), und die Verleihung des Gemeinderechts am 1. Dezember 1943, nun auf mehr als 750 Jahre zurückgeht. Dabei zeigte er viele alte Aufnahmen aus den vergangenen Jahren, durch die bei vielen Erinnerungen an das alte Strande geweckt wurden.

Günther Schmidt schilderte die Bedeutung der drei Güter Alt- und Neubülk, sowie Eckhof, ohne die Strande wahrscheinlich nicht entstanden wäre. Eine gewisse Sonderrolle hat Gut Eckhof im späten 18. Jahrhundert gespielt. Zwischen 1771 und 1783 gab es einen sogenannten Landschaftsgarten, der in Hirschfelds „Theorie der Gartenkunst“ auf zehn Seiten beschrieben wird. Zwei Rundgänge begannen beim Herrenhaus und führten dorthin zurück, von einheimischen Büschen und Sträuchern umstanden und mit literarischen Inschriften verziert. Der Bereich des Kreisverkehrs an der Dänischenhagener Straße bildete etwa die Mitte des historischen Gartens. Es ist der Garten, in dem Klopstock (1724 – 1803) von 1779 bis 1786 fast jeden Sommer für mehrere Wochen verweilte und in dem es 26 sehenswürdige Stellen gab. Hier schrieb er auch die Ode „Mein Wäldchen“, die er seinen Gönnern, der Gräfin und dem Grafen Holck, widmete.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Kay Thiele die Grenze der mit 13,73 km² kleinsten Gemeinde des Amtes Dänischenhagen mit den Ortsteilen Rabendorf, Marienfelde und Freidorf, sowie das Schulwesen, das bis sich bis in das Jahr 1706 zurückverfolgen lässt. Insgesamt gab es im Gemeindebereich nacheinander bis 1970 drei Schulen in Freidorf, an denen bis zu 300 Kinder aus dem gesamten Bereich von der Bülker Huk, über die Güter bis hin nach Dänischenhagen, lernten. In Strande existierte von 1947 bis 1960 eine Lageschule, da Strande nach dem zweiten Weltkrieg durch den Zustrom von Flüchtlingen deutlich wuchs. Seit 1960 drücken nicht nur Strander, sondern auch Kinder aus den Umlandgemeinden, die Schulbank in der allen Bürgern bekannten Grundschule an der Dänischenhagener Straße. Bevor er über die von 1939-1975 nicht nur in Strande tätige Landhebamme Käte Rathje, geborene Möhl,  - plattdeutsch liebevoll „Mudder Griepsch“ genannt -berichtete, ging er auf die Geschichte der Leuchttürme ein.

„Strande – Vom Fischerdorf zum Seebad“ ist im Wachholtz-Verlag erschienen und zum Preis von 19,50 Euro in der Touristinformation, dem Kaufmann Schröder in Strande, sowie im Buchhandel erhältlich.

Strande, ein gewachsener Ort

Die Gemeinde Strande – zunächst nur eine kleine Ansammlung von Häusern „uppe dem Strande“ - hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem beliebten Badeort mit Yachthafen entwickelt.

Noch heute spürt man die historischen Wurzeln des Seebads. Zum Beispiel auf Gut Eckhof, der Keimzelle des kleinen Ortes. Oder am Fischersteg, wo noch immer die kleinen Kutter anlegen und ihre frische Ware feilbieten. Im einstigen Fischerort entstand eine Dampferanlegestelle und ein kleines Badehotel mit Cafe – der Ursprung des heutigen Seebades.

Das Dorf hat trotz blühendem Fremdenverkehr in der Hauptsaison seinen einstigen ruhigen und verträumten Charme fernab der Großstadthektik bewahrt.

Um 1353 taucht zum ersten Mal der Name „Strande“ auf. Zum Herrenhof “hof to Bülleke“ gehören ausdrücklich auch „veer woorde uppe dem Strande“, vier Wurten, Wohnsitze also.

Um 1400 Einer Sage nach befindet sich an der Strander Bucht ein Seeräuberschlupfwinkel.

1400-1600 Das Gebiet um Bülk ist im Besitz eines Zweiges des holsteinischen Adelsgeschlechtes Rantzau.

1632-1648 heißt die Strander Bucht unter dänischem Einfluss zeitweilig „Christianshafen“.

1708 Werden in Eckhof und Neu-Bülk Meiereihöfe eingerichtet, die sich im Laufe des 18 Jahrhunderts zu eigenen Gütern entwickeln.

1700-1721 Nordischer Krieg, Seeschlacht vor der Strander Bucht

1770-1794 Der Dichter Klopstock ist häufiger Gast auf Gut Eckhof, das in diesen Jahren seine kulturelle Blütezeit erfährt. Als fortschrittlicher Geist schafft Graf v. Holck, der mit Klopstock befreundet ist, als einer der ersten

1786 auf seinem Gut die Leibeigenschaft ab.

1791 Der Fuhlensee wird für Gut Eckhof hinzuerworben.

1807 Ende des 18. Jh. führt der verstärkte Schiffsverkehr durch den Bau des Eiderkanals zur Errichtung eines ersten Leuchtfeuers auf dem Bülker Huk mit einem einfachen Leuchtturm als Holzkonstruktion mit Lotsenwohnung.

1843 wird dieser durch einen Blitzschlag zerstört. Die dänische Regierung beginnt mit einem Neubau des Turmes, welchen die Preußen vollenden und

1867 in Betrieb nehmen.

1872 Strande wird von einer Sturmflut heimgesucht.

Um 1890 entsteht ein Hafenanleger, der bis zum Bau des Hafens

1939 den zunehmenden Ausflugs- und Fremdenverkehr abwickelt. Um

1906 entsteht ein erstes Badehotel; Strande erfreut sieh als Seebad großer Beliebtheit.

1934 werden aus der Gemeinde Schilksee im Kreis Eckernförde die drei Einzelgemeinden Schilksee, Dänischenhagen und Strande gebildet. Die Gemeinde Strande setzt sich aus dem Gebiet der früheren Gutsbezirke Alt-Bülk, Neu-Bülk und Eckhof zusammen

1939 Der Fischereischutzhafen in Schilksee wird zugunsten der Kriegsmarine aufgegeben und nach Strande verlegt. Es entsteht der „Hafenverband Schilksee-Strande“.

1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg steigt die Einwohnerzahl der Gemeinde sprunghaft durch die Anlandung von Resten der deutschen Kurlandarmee. Ausserdem kamen flüchtende Fischer aus Ostpreußen, Pommern und Mecklenburg.

1972 Bau der Promenade im Zuge der olympischen Segelwettbewerbe

2009 Heute ist Strande ein kleines, freundliches und modernes Ostseebad mit 1484 Einwohnern, 4 Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen.